Das Kamelringen ist ein jahrhunderte alter Brauch im Südwesten der Türkei.

Bilderquelle : www.wikipedia.de, Autor : Al-capone-36
Ein alter Brauch und beliebter Sport ist dies an der südlichen Ägäisküste. In den milden Wintermonaten von Januar bis März, der Brunftzeit der Kamele, lassen sich die ansonsten gutmütigen Wüstenschiffe zu Kämpfen verleiten. Es genügt, an den Kamelhengsten ein Weibchen vorbeizuführen, um sie in Kampflaune zu versetzen. Eben wie im richtigen Leben: Die Kamelstuten sind „reizend“ und „heizen“ die Männchen an. Dass keines der wohl gepflegten und gehüteten Kamel-Bullen zu Schaden kommt, darauf achten die Kamelbesitzer und die Veranstalter der Wettkämpfe gleichermaßen. Schließlich ist die Anschaffung und Haltung der mächtigen Wüstenschiffe eine recht teure Angelegenheit. Die Tulus, es handelt sich um hybride Kamele, eine Kreuzung zwischen weiblichem Dromedar und männlichem Trampeltier, erfreuen sich der besten Behandlung durch ihre Besitzer.
Die Kämpfe dauern höchstens fünf Minuten. Bisher habe es keine Verletzungen bei diesen Kämpfen gegeben, bei denen übrigens die tierischen Ringer einen Maulkorb tragen. Die mächtigen Wüstenschiffe versuchen sich gegenseitig mit den Hälsen niederzuringen. Gewinner ist jenes Tier, dass entweder den Konkurrenten zu Boden drückt, ihn in die Flucht jagt oder zum Schreien bringt. Spucken ist erlaubt und es gibt auch sonst keine streng festgelegten Regeln für das Kräftemessen der Kamelhengste. Wenn ein Besitzer meint, es wird zu brenzlig für sein Höckertier, wirft er einfach ein Seil in die Kampfarena und signalisiert – ähnlich wie im Boxkampf – die Aufgabe und Niederlage.
Bei Mr Wong wäre darüber zu lesen: Kamelringen, sehr beliebt in der Türkei und sehr verbreitet in den Provinzen Aydin, Denizli und Mugla. In Kumluca und Bodrum feiern die Menschen im karnevalsähnlichen Trubel den Einzug der Tiere. Die Wettkämpfe sind ein Volksfest und Markt zugleich, bei dem die Bauern ihre Waren feil bieten. Unter anderem Wurst und Fleisch von Kamelen. Aber es handle sich dabei keineswegs um die im Kamelringen unterlegenen Exemplare.






























