Kamele im Klinsch

Das Kamelringen ist ein jahrhunderte alter Brauch im Südwesten der Türkei.

 

Bilderquelle : www.wikipedia.de, Autor : Al-capone-36

 

Ein alter Brauch und beliebter Sport ist dies an der südlichen Ägäisküste. In den milden Wintermonaten von Januar bis März, der Brunftzeit der Kamele, lassen sich die ansonsten gutmütigen Wüstenschiffe zu Kämpfen verleiten. Es genügt, an den Kamelhengsten ein Weibchen vorbeizuführen, um sie in Kampflaune zu versetzen. Eben wie im richtigen Leben: Die Kamelstuten sind „reizend“ und „heizen“ die Männchen an. Dass keines der wohl gepflegten und gehüteten Kamel-Bullen zu Schaden kommt, darauf achten die Kamelbesitzer und die Veranstalter der Wettkämpfe gleichermaßen. Schließlich ist die Anschaffung und Haltung der mächtigen Wüstenschiffe eine recht teure Angelegenheit. Die Tulus, es handelt sich um hybride Kamele, eine Kreuzung zwischen weiblichem Dromedar und männlichem Trampeltier, erfreuen sich der besten Behandlung durch ihre Besitzer.

Die Kämpfe dauern höchstens fünf Minuten. Bisher habe es keine Verletzungen bei diesen Kämpfen gegeben, bei denen übrigens die tierischen Ringer einen Maulkorb tragen. Die mächtigen Wüstenschiffe versuchen sich gegenseitig mit den Hälsen niederzuringen. Gewinner ist jenes Tier, dass entweder den Konkurrenten zu Boden drückt, ihn in die Flucht jagt oder zum Schreien bringt. Spucken ist erlaubt und es gibt auch sonst keine streng festgelegten Regeln für das Kräftemessen der Kamelhengste. Wenn ein Besitzer meint, es wird zu brenzlig für sein Höckertier, wirft er einfach ein Seil in die Kampfarena und signalisiert – ähnlich wie im Boxkampf – die Aufgabe und Niederlage.

Bei Mr Wong wäre darüber zu lesen: Kamelringen, sehr beliebt in der Türkei und sehr verbreitet in den Provinzen Aydin, Denizli und Mugla. In Kumluca und Bodrum feiern die Menschen im karnevalsähnlichen Trubel den Einzug der Tiere. Die Wettkämpfe sind ein Volksfest und Markt zugleich, bei dem die Bauern ihre Waren feil bieten. Unter anderem Wurst und Fleisch von Kamelen. Aber es handle sich dabei keineswegs um die im Kamelringen unterlegenen Exemplare.

 

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Prominente Kamele

 

 

Obwohl ihre Namen Suleika, Fatima oder Dschamila nie bekannt wurden, sind Kamele doch ein fester durchaus prominenter Bestandteil in Filmen mit orientalischem Schauplatz. Schon mit dem herzbrechenden Stummfilm-Mimen Rudolph Valentino standen die genügsamen Wüstenriesen vor der Kamera. Mal dienten sie als Statisten und hielten sich dezent im Hintergrund, mal trieben sie den Plot des Films voran oder sorgten für Situationskomik, wie beispielsweise gemeinsam mit Bob Hope und Bing Crosby in „Road to Morocco“ oder mit Dustin Hoffman und Warren Beatty in „Ishtar“. Penelope Cruz posierte auf einer Promotion-Tour zu dem Abenteuerstreifen „Sahara“ gemeinsam mit dem tierischen Schauspielkollegen auf dem roten Teppich. Schwer zu sagen, wem die größere Aufmerksamkeit von Publikum und Presse galt und wer sich eleganter seinen Fans präsentierte.

Und auch deutsche Showgrößen und Promis sind schon einmal auf’s Kamel gekommen – und auch ganz schnell wieder herunter. Stefan Raab begab sich vor ein paar Jahren in seiner Sendung als „Raab in Gefahr“ in eben solche indem er sich zwischen zwei Höcker eines Trampeltiers setzte. (Hier auf Youtube zu bewundern: http://www.youtube.com/watch?v=uCrjr9SwWUI&feature=related)

Wer sich nun fragt, warum der sonst so ehrgeizige und geschickte Moderator in der eleganten Art eines prall gefüllten Kartoffelsacks vom Wüstenschiff gestiegen ist… Auch wir können nur spekulieren. Versuchte sich Raab als Kamelflüsterer und sprach das Trampeltier fälschlicherweise mit „Dromedar“ an und zog so dessen Unmut auf sich? Vielleicht aber stach er versehentlich in den Höcker des Kamels mit der Grillgabel, die er rein zufällig in der Rechten hielt?

„Versehentlich“ war auch der Grund für Bernhard Hoëcker, sich auf eine gewagte Rallye für (k)ein Kamel zu begeben. Kaum zu glauben, aber der kleine Mann unter 160 cm fuhr 2009 vom Allgäu durch halb Europa und darüber hinaus nach Jordanien für den guten Zweck. Gewann dann schließlich nach über 3.000 Meilen Abenteuer und Entbehrungen kein Kamel, dafür aber eine Menge Ideen für ein Buch.

 

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Kamelhöcker voller Wasser

Was Kindern so logisch erscheint, lässt sich ganz leicht widerlegen.

Es gluckst kein Wasser im Kamelhöcker.

Wo bleibt also das viele Wasser, das sich durstige Kamele innerhalb kürzester Zeit einverleiben? Immerhin kann ein durstiges Kamel bis zu 130 Litern Wasser, das entspricht einer Badewanne voll, in nur 10 Minuten leer saufen. Nach einer Pause kann es weitere 70 Liter vertragen, ohne daran Schaden zu nehmen. Die jüngste verbreitete Theorie vermutet spezialisierte Zellen in der Magenwand der Wüstenschiffe, die das Wasser speichern können. Andere meinen, das Wasser werde in den Zellen vor allem im Fettgewebe der Höcker gespeichert, also doch die Höcker?

Dass die Tiere so viel trinken können, ohne eine „Wasservergiftung“ zu erleiden, liegt jedenfalls an ihren ovalen Blutkörperchen. Diese sind in der Lage sich auf das zweihundertfache ihrer Größe aufzublähen, also mit Wasser vollzusaugen, ohne zu platzen. Kamele sind übrigens die einzigen Säugetiere, die mit dieser besonderen Form der Blutkörperchen ausgestattet sind. Wissenschaftler vermuten, dass bei der Verwertung der Fettreserven aus den Höckern lebenswichtiges Wasser heraus gelöst wird. Viele weitere bemerkenswerten Eigenschaften ermöglichen den Wüstenschiffen bis zu drei Wochen ohne Wasser und Futter auszukommen.

Kamele sind Meister darin Wasser zu sparen. Bei Ausscheidungen gleich welcher Art geben sie ein Minimum an Flüssigkeit ab. Der Kot der Tiere ist so trocken, dass er frisch als Brennmaterial Verwendung findet. Urin scheiden die Riesen in kleinen Mengen ab. Dabei ist dieser so konzentriert, dass täglich über ihn weniger als ein Liter Flüssigkeit verloren gehen. Selbst bei der Atmung hilft ein raffiniertes Geflecht in den Nasengängen Feuchtigkeit zurückzuhalten. 70 bis 80 Prozent der Feuchtigkeit, die in der austretenden Atemluft der Wüstenschiffe enthalten sind, werden ihm wieder zugeführt. Zugleich wirken die Nasenschleimhäute als Kühlsystem für Gehirn und Augen der Tiere. Altweltkamele verkraften einen Wasserverlust von bis zu 40 Prozent. Beim Menschen führen bereits 12 Prozent Flüssigkeitsverlust zum Tod. Das liegt daran, dass Menschen den Wasserverlust aus dem Blut ersetzen, das dadurch immer zähflüssiger wird und schließlich nicht mehr zirkulieren kann. Kamele ersetzen verbrauchte Flüssigkeiten aus ihrem Körpergewebe. Selbst bei starker Dehydration bleibt ihr Blut fließfähig.

Die Höcker der Wüstentiere sind ihr Fettreservoir. Sie wirken in der größten Mittagshitze wie eine Art Sonnenschirm. Der Rest ihres Körpers ist kaum isoliert und darum in der Lage überschüssige Hitze abzuleiten.

Auch die hohe Schwankungsbreite im Hinblick auf die Körpertemperatur, hilft schließlich Wasser zu sparen. Am Tag lässt ein durstiges Kamel seine Kerntemperatur auf bis zu 41 Grad steigen, bevor es durch Transpiration Flüssigkeit verliert. In der Nacht kühlt sich das Wüstenschiff auf 34 Grad ab. So dauert es am Tag länger, bis das Kamel erneut „fiebert“.

 

 

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CAMéLK-Psoralait – Creme mit Kamelmilch bei gereizter Haut

 

 

Von den ägyptischen Pharaoninnen Kleopatra und Nofretete heißt es, sie hätten in Eselsmilch gebadet für zarte weiche Haut. Viel wahrscheinlicher badeten die Schönheiten vom Nil in Kamelmilch. Deren wohltuende und heilende Wirkung – sowohl bei innerer als auch bei äußerer Anwendung – wird zunehmend klinisch überprüft und wiederholt bestätigt.

Das Fachkrankenhaus Schloss Friedensburg für Dermatologie in Thüringen testete beispielsweise vor einigen Jahren die kamelmilchhaltige Creme CAMéLK-Psoralait bei Psoriasispatienten. 20 Betroffene, je zehn Frauen und zehn Männer im Alter von sechs bis 72 Jahren, wendeten die Kamelmilch-Zubereitung nach Abklingen eines akuten Psoriasis-Schubes vier Wochen lang an. Gemeinsam mit dem behandelnden Arzt bewerteten sie die Wirksamkeit des Präparates. Zum Vergleich wurde der rechte Arm mit der 40-prozentigen Kamelmilchcreme eingerieben und der linke mit einer medizinischen Zubereitung bestehend aus Salicyl-Schwefel-Teer und Vaseline. Patienten und Arzt überraschte gleichermaßen positiv, dass die Kamelmilchcreme ähnlich gute Ergebnisse erzielte, wie die medizinische Salbe. Die Creme mit dem weißen Gold der Wüste, der Kamelmilch, reduzierte die Hautrötung und Trockenheit des behandelten Armes genau so gut wie die medizinische Salbe, verminderte den Juckreiz und entwickelte einen anhaltenden und angenehm kühlenden Effekt auf die betroffenen Stellen.

Bei der Kamelmilchsalbe CAMéLK-Psoralait handelt es sich nicht um eine Anti-Psoriasissalbe, sondern um ein hochwertiges Pflegemittel auf Grundlage der guten Eigenschaften von Kamelmilch. Die antibiotika- und cortisonfreie Creme hat sich bei trockener, leicht schuppender, irritierter und beanspruchter Haut bewährt. Die Kamelmilch bleibt unbehandelt – wird nicht etwa pasteurisiert –, damit die Immunglobuline, Vitamine und Mineralien erhalten bleiben und wirksam werden können. CAMéLK scheint ein vielversprechendes Präparat nicht nur für Psoriasis oder Neurodermitis geplagte Menschen zu sein, sondern für alle, die hohe Ansprüche an ihre Hautpflegeprodukte stellen. Ob die Anwendung zu sagenhafter Schönheit führt, wie sie den ägyptischen Grazien nachgesagt wird, beantwortet die Studie aus Thürigen allerdings nicht. Der vollständige Bericht zur Studie kann unter www.rshimshoni.de/Wirksamkeit_von_Kamelmilch.pdf nachgelesen werden.

 

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Kamele kennen keinen Stress

„Kein Wunder, die sind doch so beschränkt“, könnte sich so manch einer denken, der die Wüstentiere nur aus der Ferne kennt und dem nur das Sprichwort von dem „Dummen Kamel“ einfällt. Tatsächlich wirken oberflächlich betrachtet die Exoten aus der Wüste etwas einfältig, wenn sie gemächlich ihre Nahrung wiederkäuen. In Wahrheit aber sind sie recht schlau und sie fordern die Intelligenz ihrer Bezugspersonen stärker als beispielsweise Pferde, das bestätigen alle Kamelhalter und -trainer.

Auch können Kamele ähnlich den Elefanten recht nachtragend sein, was doch auf eine gewisse Gehirnleistung hindeutet. Werden sie geschlagen oder sonst wie traktiert, kann es sein, dass sie Tage oder Monate später eine passende Gelegenheit nutzen, sich an dem Übeltäter zu rächen. Das arabische Sprichwort: „Wenn Du ein Kamel schlägst, verkaufe es auf dem nächsten Markt. Du wirst deines Lebens nicht mehr froh“, beschreibt diese Erkenntnis sehr anschaulich.

Ob Kamele nun tumbe Toren oder doch coole Gesellen sind – oder etwas dazwischen – sie strahlen jedenfalls Gelassenheit aus und wirken zutraulich. Die Behauptung „Kamele kennen keinen Stress“ mag daher rühren, dass sich die geduldigen Wüstenschiffe selbst von lauten Geräuschen nicht aus der Ruhe bringen lassen, weil sie eben keine Fluchttiere sind. Ein Schreck bringt sie eher dazu sich hinzusetzen, als Reißaus zu nehmen. Die Behauptung vom stressfesten Kamel wird sicher auch durch die Beobachtung genährt, dass die Tiere sehr einfühlsam sind. Das macht sie zum Beispiel für tiergestützte Therapien besonders geeignet.

Es mag auch sein, dass die Erfahrung eines Kamelritts mit den sanft schaukelnden Bewegungen, der zur Entspannung des Reiters führt, auf das Gemüt des Tieres übertragen wird. Ein Tier, das so viel Entspannung schenkt, kennt eben keinen Stress.

 

 

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Wandertour Surprise oder Kamele kreuzen den Weg

Der Nationalpark Bayerischer Wald gilt als eine der verlockendsten und vielseitigsten Urlaubsregionen Deutschlands. Glaubt man den Prospekten, so ist das größte zusammenhängende Waldgebirge Mitteleuropas ein Paradies für Wanderer, Naturfreunde und Aktivurlauber zu jeder Jahreszeit. Das grüne Dach Europas bietet entlang beschaulicher Flüsse, Bäche und Seen gut ausgebaute Rad- und Wanderwege. Das Gelände für gemächliches Ge(h)nusswandern und Genussradeln ohne große Steigungen ist ebenso vorhanden, wie anspruchsvolle Strecken für die sportlicheren Urlauber. Und tatsächlich tummeln sich in der unvergleichlichen Waldlandschaft in den milderen Monaten Wanderer, Walker und Radfahrer entlang der gut beschilderten Wege. Tagesausflügler und Fernwanderer, Biker und Nordic Walker genießen das grüne El Dorado mit ihrer urwüchsigen Natur. Sie passieren so manchen Bauernhof mit Kühen, Kälbern, Katzen und – nicht der Alliteration wegen seien sie genannt – Kamelen. Beim Anblick der exotischen Wüsten-Riesen wirken die meisten Touristen ehrlich überrascht. Manch einer prüft seine Wanderkarte erneut und fragt sich vielleicht innerlich, ob er so weit vom Weg abgekommen sei. Aber selbst wenn sich Wanderer verirrt hätten, Kamele inmitten von Europa? Nein, der Anblick von Kamelen gehört auch nicht zum Alltagsbild eines böhmischen Dorfes.

Wanderer, Walker oder Fahrradfahrer, lass Dir sagen: Kommst Du zur Erholung in den Naturpark Oberer Bayerischer Wald unweit der tschechischen Grenze, kann es sein, dass Du auf unsere Kamelfarm Camel-City in Arnschwang stößt. Der Anblick unserer Kamele ist keine Fata Morgana. Die kleine Karawane, die gerade Deinen Weg kreuzt, ist kein Trugbild. Unsere Kamele gibt es hier wirklich und Naturliebhaber, die das ungewöhnliche Erlebnis in der ohnehin außergewöhnlichen Region Bayerischer Wald suchen, finden oftmals zu uns. Immer häufiger sogar mit Absicht, ohne Umwege und nicht, weil sie sich verlaufen haben.

 

 

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Fußball-Weltmeisterschaft 2010: Kamele und Schiris

 

Bei der diesjährigen FIFA WM in Südafrika können es die Schiedsrichter offenbar niemandem recht machen. Zorn und Unmut sind ihnen sicher. Pannen, Patzer und Fehlentscheidungen bringen Spieler, Zuschauer und Trainer zu der Überzeugung: „Pfeifen allesamt zu früh, diese Schiris“. Sie stellen für ein läppisches „Allerweltsfoul“ à la: „Der simuliert nur“ Spieler vom Feld, lassen Handspiel durchgehen und annullieren Bilderbuchtore ohne sich dafür rechtfertigen zu müssen. Und so manch ein Fan lässt sich zu den härtesten Beschimpfungen der Schiedsrichter hinreißen. „Schiri, Du Kamel“ entfuhr es jemanden bei dem Spiel Schweiz gegen Chile. Oder jedenfalls beschimpften Boulevardblätter aus dem sonst beschaulichen Alpenland den saudischen Unparteiischen auf diese Weise. Nun könnte der so bezeichnete Schiedsrichter, der aus einem Kulturkreis kommt in der Kamele hoch angesehen sind, den Vergleich als Kompliment verstehen. Kamele gelten in arabischen Staaten als Sinnbild für Wohlstand, Glück und Klugheit. Ja, das nennt sich im Fußball ein Eigentor schießen, liebe Schweizer.

Kamele ermöglichten den Menschen erst überhaupt das Leben in kargen und unwirtlichen Gegenden. Alle Nomadenvölker Nordafrikas und Asiens wussten und wissen das Kamel als genügsames Transport- und Reittier zu schätzen.

Die Wüstenschiffe geben ihnen Nahrung in Form von Kamel-Milch, seltener als Fleisch, Kleidung (Kamel-Wolle) und Brennstoff (Kamel-Dung). Und auch die arabische Poesie wurde vom wiegenden Passgang der Wüstentiere inspiriert. Das klassische arabische Versmaß ahme den einzigartigen Gang der sanften Riesen nach, heißt es.

Kostbar und angesehen sind die saudischen Kamele auch heute wieder als unbezahlbare Rennkamele oder Schönheiten der Wüsten, die beinahe so hohe Preisgelder gewinnen, wie die besten Fußball-Nationalspieler jährlich einfahren. „Schiri, Du Kamel“ lässt sich insofern nur als Kompliment verstehen.

 

 

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Das Kamel läuft in Schuhen

Wer hier einen modischen Trend vermutet täuscht. Auch handelt es sich nicht um eine verunglimpfende Darstellung von Heidi Klums Nachwuchs Mannequins à la GNTM (Germanys Next Top Model). Es ist vielmehr die Antwort auf die Frage: Was geschieht, wenn sich Kamelsohlen Schwielen an den Sohlen holen? Und es ist ein Paradebeispiel eines gelungenen PR-Selbstläufers, der seines Gleichen sucht. Wiederholt berichteten seit 2006 so hochkarätige Medien wie Stern, GEO, WIWO, ZDF und auch die Kindernachrichtensendung LOGO über den buckligen Riesen in Schuhen.

Der Kamelhengst Goliath erhielt bereits im Alter von acht Jahren orthopädische Schuhe. Er war bis dahin mit seinem Halter in Europa weit herum gekommen, trat dann in eine Feuerstelle und verletzte sich die Hufe dermaßen, dass er nur noch humpelnd im Passgang voran kam. Goliaths Besitzer wandte sich an einen westfälischen Schuhhersteller. Das Schuhhaus Wessels versorgt die zehn größten Menschen der Welt mit maßgeschneiderter Fußbekleidung. Da erschien es dem Schweizer Besitzer des Kamels nahe liegend für seinen sanften Riesen die passenden Treter dort zu bestellen. Das Gewicht des Kamelhengstes wird mit 800 kg angegeben und vermutlich wird es eine stattliche Größe von 2,50 Metern aufweisen. Überraschenderweise hat der Riese auf vier Beinen kleine Füße. Größe 39 in der Länge und lediglich zierliche 31 in der Breite. Letztere entspricht dem Kinderfüßchen eines etwa sieben bis achtjährigen Mädchens!

Inzwischen dürfte der verletzte Fuß des mittlerweile zwölfjährigen Goliaths verheilt sein. Ob er immer noch im Schwarzwald-Ort Bonndorf mit seinem Halter ansässig ist und dort Therapien für Kinder auf dem Kamel anbietet? Wir gehen jedenfalls davon aus.

 

 

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Über Kamele und deren Dung

 

 

Zugegeben, Kameldung besitzt nicht das Potential die versiegenden Ölquellen in den arabischen Staaten zu ersetzen. Auch können die Ausscheidungen der Höckertiere nicht mit der modernen Technologie – mit Sonnenkollektoren etwa – mithalten. Auch als Raketentreibstoff ist er schließlich ungeeignet. Dafür besteht seitens der Wüstenschiffe keine Gefahr der Umweltverschmutzung à la BP oder auslaufender Leck geschlagener Öltanker. Dennoch ist der Kot von Dromedar und Trampeltier ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor in Entwicklungsländern. Überall dort, wo herkömmliche oder alternative Energiequellen nicht verfügbar sind und die Vegetation spärlich oder baumlos ist, erweist sich Kameldung als einziger Brennstoff. Die Nomaden- und Turkvölker der unwirtlichen Steppen oder Wüsten Arabiens und Asiens tragen es gleichsam im Survival Kit stets mit sich. Oder vielmehr tragen es die Kamele als „nachwachsenden“ Rohstoff in sich, der den Kriterien von nachhaltiger Landwirtschaft durchaus entspricht.

Da die klugen an die karge Landschaft angepassten Tiere möglichst wenig Flüssigkeit über ihre Ausscheidungen vergeuden, muss ihr Kot nicht erst lange getrocknet werden. Die länglichen etwa Wallnuss-Großen Exkremente bedürfen keiner großen Aufbereitung und können als Brennstoff für die Kochstelle oder für ein Lagerfeuer eingesetzt werden.

Kameldung findet zudem zunehmende Verwendung als Dünger. Ähnlich der Pferdeäpfel, die unter Hobbygärtnern sehr beliebt und für das Gedeihen beispielsweise von Rosen und anderer Pflanzen mit hohem Bedarf an Mineralien begehrt sind, gewinnt auch der Kot des Wüstentiers an Bedeutung. Während die Ausscheidungen des Pferdes, in dem unverdaute Pflanzenteile und Samen enthalten sind manchmal zu ungewolltem Wildwuchs führen, geschieht dies bei Kamelkot nicht. Kamele kauen ihr Futter wieder, die Pflanzen, Samen und Pflanzenteile werden somit gründlicher verdaut.

 


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Kamel, Schiffstau und Nadelöhr

Wo gleich neun Kamele durch das Nadelöhr gehen

 

 

Der britische Mikro-Bildhauer Willard Wigan erstellt winzige Skulpturen, die mit dem bloßen Auge nicht sichtbar sind. Er lässt gleich neun Kamele auf einmal durch ein Nadelöhr schreiten. Und wenn Bewunderer seiner Werke nicht acht geben, dann landen die winzigen Werke zuweilen  in der Lunge der Kunst begeisterten Betrachter. Sehr zum Ärger des Künstlers.

So ist das bekannte biblische Gleichnis von dem Kamel, das eher durch ein Nadelöhr passt, als das ein Reicher in das Reich Gottes gelangt nicht gemeint. Jedenfalls ist zu bezweifeln, dass Markus, Lukas oder Mathäus daran gedacht haben, die Worte Jesu auf diese Weise zu deuten.

Tatsächlich gibt es verschiedene Erklärungsversuche für dieses Gleichnis.

Interpreten, die auf handfeste Tatsachen bauen, sind der Meinung, der Messias habe bei seinem Vergleich auf eine enge Gasse in Jerusalem  Bezug genommen. Eine Gasse mit winzigem Tor an ihrem Ende – zu schmal, zu niedrig, um imposante Wüstenschiffe mitsamt Ladung hindurch zu lassen. Mittlerweile wird diese Textauslegung verworfen.

Nicht wirklich anerkannt ist auch der zweite Erklärungsversuch für das neutestamentliche Zitat. Es handle sich um eine Entsprechung zur rabbinischen Tradition. Im Talmud ist die Rede von einem Elefanten, der nicht durch ein Nadelöhr passe. Jesus, ein Plagiator? Wohl kaum, meinen die Dritten.

Die wahrscheinlichste Erklärung für diesen schrägen, paradoxen Vergleich liefern Sprachwissenschaftler, die meinen, es handle sich schlicht um einen Übersetzungsfehler. Im Griechischen, der Sprache in der der Ursprungstext verfasst wurde, unterscheiden sich die Worte für Kamel (kamelos) und Schiffstau beziehungsweise Tau (kamilos) nur um einen Laut, einen Buchstaben.

Ein (Schiffs-)Tau steht semantisch gesehen dem Faden und damit einem Nadelöhr viel näher, als das weit hergeholte Kamel. Unmöglich erscheint es allerdings für beide, ob Tier oder Tau, durch ein Nadelöhr zu schlüpfen. Es sei denn, sie wären ein Miniaturprojekt von Willard Wigan.

 

 

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